Uhrmacher Werkzeug

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Die Wertschätzung, die Rlx weltweit seit mehr als einem halben Jahrhundert genießt, der Nimbus, der sich um Modelle wie Cosmograph, Submariner, GMT-Master und Oyster gebildet hat, rechtfertigt schon einen kleinen Exkurs.

Der Gründer der Firma Rlx, Hans Wilsdorf, wird im Jahr 1881 in Kulmbach in Franken geboren. Als kleiner Junge verliert er aber bald die Eltern und wird mit den beiden Brüdern von einem Onkel aufgenommen, der sich um ihre Erziehung kümmert. Nach Beendigung seiner Schullaufbahn beschließt der junge Wilsdorf nach La Chaux-de-Fonds zu gehen, wo er mit seinen guten Englischkenntnissen sofort Arbeit in einem In- und Export- Unternehmen findet, das unter anderem auch mit Uhren handelt. Er entwickelt eine Vorliebe für Uhren, und es gelingt ihm eine Meisterleistung: Er bestellt bei namhaften Maitres Horlogers drei Taschenuhren, für die er von dem Observatorium in Neuchatel jeweils ein Ganggenauigkeitszeugnis erhält. Der Firmeninhaber ist begeistert und vertraut ihm immer verantwortungsvollere Aufgaben an. Nach drei Jahren fühlt er sich stark genug, in die Selbständigkeit zu treten, verlässt La Chaux-de-Fonds und geht nach London, um dort hochwertige Schweizer Uhren zu importieren und zu verkaufen. Zwei Jahre später gelangt er zu der festen Überzeugung, dass die zu dem Zeitpunkt aufkommenden Armbanduhren den Hauptanteil der Uhrenproduktion ausmachen werden, zeigt sich aber auch gegenüber anderen Neuheiten wie der Reiseuhr im Lederetui nicht abgeneigt.

1905 entsteht die Firma "Wilsdorf & Davis", die, sich um den Vertrieb von Schweizer Uhren kümmert. Er setzt auf Qualität und ist ein Präzisionsfanatiker. In Biel versorgt er sich bei Aegler mit Werken, und aus dieser Zusammenarbeit entwickeln sich viele neue Ideen, wie z.B. ein dehnbares Metallarmband.

Die Gehäuse allerdings bezieht er von bekannten englischen Herstellern. Die Verwendung eines Markennamens ist nicht üblich, und die Uhren werden unter den Namen der Händler verkauft, die sie anbieten. Wilsdorf ist jedoch von der Notwendigkeit eines Markennamens überzeugt, der prägnant und überall in der Welt auszusprechen sein muss. Er entscheidet sich für Rlx, möglicherweise ein Anagramm aus einzelnen Buchstaben des Ausdrucks "horlogerie exquise". Er ist leicht zu merken, auszusprechen und lässt auf dem Zifferblatt ausreichend Raum für den Namen des Verkäufers. Im Juli 1908 wird der Markenname in La Chaux-de-Fonds registriert. 1910 erhält eine Rolex in Biel die erste offizielle Auszeichnung, und 1914 wird einer Rlx mit 11 linigem und 25 mm messendem Werk nach 45tägiger Überprüfung im Observatorium von Kew das Zertifikat der A-Klasse verliehen. Dies ist die Antwort des sturen Deutschen auf ein Publikum, das an die Zukunft der Armbanduhr nicht glauben will. Man ist immer noch der Meinung, eine Uhr für das Handgelenk sei zu klein, zerbrechlich und empfindlich gegen Staub und Feuchtigkeit.

Aus dieser Zeit stammt wahrscheinlich sein Wunsch, trotz der ablehnenden Haltung seiner eigenen Mitarbeiter, eine Uhr in dichtem Gehäuse zu entwickeln. Präzision bleibt jedoch als Maxime bestehen, und Rlx-Uhren werden in regelmäßigen Abständen mit dem Ganggenauigkeitszeugnis belohnt. 1925 erhalten das Ovalwerk einer Damenuhr mit den Abmessungen 13x23 mm und 1927 ein Rechteckwerk mit 24x15 mm das Zertifikat der A-Klasse. 1928 werden 288 Exemplare mit 10 1/2 linigem und 144 mit 8 3/4 linigem Werk mit Zertifikat ausgezeichnet. 1936 bekommen 500 Exemplare des Modells Prince, das bereits 1929 vorgestellt wurde, die Auszeichnung "exzellent". Im Jahr 1945 sind es stattliche 50000 Chronometer, die im Laufe der Jahre mit dem offiziellen Chronometer - Zertifikat versehen wurden. Aus den Archiven der staatlich anerkannten Prüfstellen ist zu entnehmen, dass zwischen 1927 und 1940 von den 21561 geprüften und genehmigten Armbanduhren 19155 Modelle den Namen Rlx tragen.

1915 setzt England eine sehr hohe Importsteuer für Uhren fest, die Wilsdorf besonders schwer trifft, da er nicht nur die Uhren importiert, die er in der Schweiz fertigen lässt, sondern auch in die ganze Welt verkauft. Bald darauf wechselt die Firma nach Biel, wo sich noch der alte Firmensitz befindet, und später nach Genf, wo 1919 die "Montres Rlx SA" gegründet wird.

Die Produktion erfolgt bei der "Manufacture des Montres Rlx Aegler SA" in Biel, während Verwaltung und Entwicklung in Genf verbleiben. Man arbeitet weiterhin an der Realisierung eines dichten Gehäuses, und im September 1926 lässt man das wasserdichte Oyster-Gehäuse patentieren. Einen Monat später wird auch die Abdichtung der Krone patentiert, deren Dichtigkeit mittels einer verchraubbaren Vorrichtung erreicht wird. Heute hat sich zum Twinlock System mit zweifacher Abdichtung das Triplock-System gesellt, das es ermöglicht, Taucheruhren für große Tiefen zu konzipieren. Die Erprobung der ersten wasserdichten Uhr erfolgt ein Jahr später im Jahr 1927, als Mercedes Gleitze den Ärmelkanal mit einer Rlx am Handgelenk durchschwimmt. Sie verbringt 15 1/4 Stunden im Wasser, und als sie das Ziel erreicht, funktioniert die Uhr immer noch perfekt.

Wilsdorf, der von jeher auf die Macht der Werbung vertraut, investiert beträchtliche Summen, und Rlx ist schließlich auf der ganzen Welt ein Begriff. Vom kissenförmigen wechselt man zum tonnenförmigen Gehäuse, bis schließlich der unverwechselbare Rlx - Look entsteht, der viele Nachahmer findet. In den vierziger Jahren verwendet die italienische Marine die "Luminor Panerai" mit Rlx-Werk. 1953 entsteht die Submariner, wasserdicht bis 100 m, gefolgt von der Submariner Oyster Perpetual Date, wasserdicht bis 300 m. 1971 präsentiert man die bis 610 m wasserdichte Sea Dwell mit einem für Rlx patentierte Heliumventil ausgerüstet ist, das Dekompression des Gehäuses beim Auftauchen verhindert. 1980 kehrt Sea Dweller als Modell 4000 zurück, die bis 1200 m garantiert wasserdicht ist. Die spektakulärste Erprobung einer Rlx findet im Jahr 1960 als eine am Batyscaph von Jacques Picard befestigte Rlx Oyster Tiefe von 10916 m erreicht und einem Flächendruck von einer Tonne je Quadratzentimeter standhält. Das ist der letzte Erfolg, den Wilsdorf erleben kann, er stirbt 1960.

Die Geschichte von Rlx aber noch weitere wichtige Etappen auf, wie z. B. der 1931 von W. persönlich erfundene patentierte 360° - Zentralrotor, Perpetual genannt der sich unbegrenzt um seine Achse dreht. Ende der Dreißiger erscheinen die ersten Oyster - Chronographen. 1945 die D., ein wasser Automatikchronometer mit Datumsanzeige. 1954 stellt Rlx die Perpetual für Damen und die Master mit doppelter Zeitzone. 1956 folgt die Day-Date mit Datum und Wochentag in 26 Sprachen. Das Unternehmen erlebt allerdings nicht nur rosige Zeiten. 1935 wird das engl. Pfund abgewertet, und Rlx erleidet durch seinen Exportverkauf in Pfund Sterling einen schweren Schlag. Um den Verlust zu mindern, eröffnet man Zweigstellen in Paris und Buenos Aires, in Mailand richtet Rlx technischen Kundendienst ein.

Merkwürdigerweise kann sich nicht auf dem italienischen durchsetzen und Longhi, der Repräsentant der Marke, den Wilsdorf in einem Genfer Restaurant kannengelernt und in das Unternehmen geholt hatte, ist nach einer Geschäftsreise durch das Land so desillusioniert, dass er seine Stellung aufkündigen will. Wilsdorf kann ihn jedoch zum Bleiben überreden. Zu diesem Zeitpunkt macht sich noch niemand eine Vorstellung davon, welche Begeisterungswelle die Daytona auslösen wird. Dieser Chronograph hat eine außergewöhnliche Geschichte. Als 1961 die Oyster Chronograph vorgestellt wird, tragen manche Exemplare den Zusatz D. Der Schauspieler Paul Newman trägt während eines Autorennens eine D. mit direkt ablesbarem Zifferblatt, und das rennbegeisterte Publikum beginnt seinen Namen mit dem Hause Rlx in Verbindung zu bringen, obwohl dieser keinerlei Kontakte zum Uhrenhersteller pflegt.

Der erste Chronograph mit Chronometer Funktion in Stahl oder 18karätigem Gold stammt aus dem Jahre 1976. In Basel stellt Rlx 1988 die neue Oyster Chronograph Chronometer D. vor. 1990 erreicht die Chronographen - Produktion die 10-Millionen Grenze. Im Jahr 1991 bereichert man die Linie Submariner mit dem Modell Yachtmaster, und erstmals wird die D. statt mit einem Stahl- mit einem Lederarmband ausgestattet. Nach dem Tod seiner Frau im Jahr 1944 gründet kinderlos gebliebene Wilsdorf eine Stiftung mit seinem Namen und überträgt ihr die Aktien des Unternehmens. Zehn Jahre später richtet er einen Renten- und Sozialfonds ein.

Noch heute werden die Gewinne der breitgefächerten Rlx- Produktion Forschung und humanitären Zwecken zugeleitet. 1976 ruft Andre Heiniger, der nach Wilsdorfs Tod Firmenleitung übernommen hat, "Rlx Award for Enterprise" ins Leben, einen Preis, der sich an humanitärem Engagement gleich auf welchem Gebiet orientiert.

Die Geschichte von Rlx wäre allerdings ohne Kollektion nicht komplett. Diese Kollektion eleganter Uhren wird Anfang der siebziger Jahre mit einer großen -Modellvielfalt mit mechanischen und elektronischen Werken initiiert. Erwähnenswert sind natürlich auch die Schmuckuhren, deren jüngste Vertreterin die "Day Platine", die mit Gehäuse und Armband aus Platin sowie mit 24 Diamanten besetzter Lünette erhältlich ist.