Uhrmacher

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Für Sammler und Liebhaber vom Uhrmacher
Immer wieder kommt man als Sammler und Liebhaber mechanischer Zeitmesser in die Situation, dass einem auf dem Flohmarkt oder beim Trödler eine Armbanduhr begegnet, deren Erwerb reizvoll wäre. Den beschwörenden Worten des Verkäufers, die Uhr sei einwandfrei in Ordnung, sollte man nur begrenzt Glauben schenken, Kontrolle ist in jedem Fall besser. Diese ist dann leicht vorzunehmen, wenn man mit entsprechendem Arbeitsmaterial (Lupe, Schalenmesser, Universal-Gehäuseöffner) ausgestattet ist. Sofern der hintere Deckel seiner Entfernung keine unüberwindbaren Hindernisse entgegensetzt, kann man sich durch Augenschein vom Zustand des Werkes, von seiner Funktionstüchtigkeit überzeugen.

Einige Drehungen an der Aufzugskrone zeigen, ob das Aufzugssystem in Ordnung ist. Durch Betätigung der gezogenen Krone weist sich, ob das Zeigerstellsystem funktioniert. Bei Armbanduhren mit Komplikationen, wie z. B. Chronograph, sollte man dessen Funktionen anhand der Drücker überprüfen.

Sofern alles in Ordnung ist und auch der Preis stimmt, steht dem Kauf nichts im Wege. Wenn sich jedoch Mängel irgendwelchen Art zeigen, wenn sich z. B. die Unruh auch nach vorsichtigem Aufziehen nicht in anhaltende Schwingung versetzen lässt, ist guter Rat teuer. Es stellt sich die Frage, ob man trotzdem - selbstverständlich bei reduziertem Preis - zuschlagen soll und nach fachgerechter Reparatur vielleicht einen besonders guten Kauf gemacht hat. Bleiben wir beim Beispiel, dass die Unruh spätestens nach einigen kurzen Schwingungen wieder stillsteht oder sich überhaupt nicht rührt. Dies muss kein Indiz für einen Defekt sein, sondern kann schlicht und einfach auch bedeuten, dass das Werk stark verschmutzt oder das Öl nach längerem Liegen verharzt ist. Lässt sich hingegen die Aufzugskrone bei einem Handaufzugswerk unendlich durchdrehen, kann es, muss es aber nicht, an einer abgerissenen Zugfeder liegen. Spätestens dann, wenn man das Risiko des Kaufs eingegangen ist, besser jedoch schon vorher, muss man sich auf die Suche nach einem inzwischen raren, an mechanischen Zeitmessern interessierten Uhrmacher begeben. Leider wird auf die Frage nach der Reparierbarkeit des feinmechanischen Kleinods immer häufiger die Antwort zu hören sein, man solle die Uhr besser zurückgeben (wenn noch möglich), denn zu viele "Fachleute" hatten schon probiert das Uhrwerk "gangbar" zu halten. Grundsätzlich jedoch gilt, vor dem Kauf einen Fachman zu befragen, den nur ein Uhrmacher (meister) kann richtig beurteilen, ob sich eine Reparatur noch lohnt, und möglich ist.

Fälschungen und Nachahmungen vom Uhrmacher
Alles was gut, teuer und begehrt ist, hat von jeher die Produktpiraten auf den Plan gerufen, die vom langjährig aufgebauten und gepflegten Image großer Marken in unzulässiger Weise profitieren wollen. In der weiter zurückliegenden Uhrengeschichte betraf dies z. B. schon die begehrten Zeitmesser eines Abraham Louis Breguet. Die Fälscher fanden und finden immer noch dankbare Kundschaft und Anhängerschaft in solchen Kreisen, die ihr Outfit mit Objekten schmücken möchten, welche sie sich eigentlich nicht leisten können. Die Luxus-Armbanduhr ist in unserer heutigen Statusgesellschaft ein für Produktpiraterie geradezu prädestiniertes Objekt, verkörpert sie doch Wohlstand und Schmuckstück in beinahe idealer Weise. Doch sind es, wie bei anderen Luxusgütern auch, nur bestimmte Marken und Produkte, die sich mehr oder minder gelungene Plagiate gefallen lassen müssen. Anfänglich waren es z. B. schwere, mit übergroßen Punzen versehene Omega "Gold" Banduhren, die in Neapel, Genua oder an verschiedenen italienischen Alpenpässen als Schmuggelware zu günstigen Preisen in betrügerischer Absicht angepriesen wurden. Außer schlechtem Design, dünner Goldauflage und billigen Werken war nichts an diesen Armbanduhren. Als Fälschungen konnten sie leicht identifiziert werden.

Es folgte die Zeit der Anlehnung an gute und imageträchtige Design Armbanduhren, wie z. B. die "Royal Oak" von Audemars Piguet oder die verschiedenen "Porsche-Design" - Modelle. Auch hier war die Kopie leicht zu erkennen, weil irgendwelche Phantasienamen die Zifferblätter schmückten. Dieses Bild hat sich in den vergangenen Jahren entscheidend gewandelt. Moderne Plagiate kommen meist aus Hongkong, Singapur oder anderen fernöstlichen Gegenden. Sie werden auch nicht primär in der Absicht produziert Arbeitsplätze zu schaffen, sondern einfach um den eigentlichen Inhaber "übers Ohr zu hauen".
Als erste und beste Hilfe für Armbanduhrensammler hat sich bei Problemfällen immer noch der Erfahrungsaustausch mit einer Fachwerkstatt erwiesen. Einschlägige Erfahrungen und Kenntnisse der Fachleute können dazu beitragen, dass man sich viel Kummer und Lehrgeld erspart.

Uhrenreparaturen vom Uhrmacher
Die Lager, in denen die z. T. sehr dünnen Zapfen des Räderwerks laufen, sind zur Verminderung der Reibung mit Öl versehen. Durch Staub und Alterung verliert das Öl seine ursprünglichen Eigenschaften. Die Schwingungsweite der Unruh nimmt mehr und mehr ab, und irgendwann bleibt die Uhr stehen. Soweit sollte man es jedoch nicht kommen lassen. Spätestens dann, wenn die gewohnte Ganggenauigkeit bei einer mechanischen Armbanduhr in erheblichem Umfang nachlässt, ist eine gründliche Reinigung erforderlich, die in aller Regel problemlos vorgenommen werden kann. In dieser Hinsicht unterscheidet sich die mechanische Räderuhr kaum vom Motor eines Autos, der ebenfalls regelmäßig einen Ölwechsel benötigt. Vor allem wenn man, wie oben geschildert, eine Armbanduhr mit unklarer Vergangenheit erworben hat und diese regelmäßig tragen möchte, sei der vorherige Besuch beim Uhrmacher dringend anempfohlen. Mitunter kann man sogar noch das große Glück haben, eine alte Armbanduhr in ungetragenem Zustand erwerben zu können. Sofern diese nicht gerade aus den Händen eines Uhrmachers kommt, ist es eher unwahrscheinlich, dass sie geht, weil das Öl verharzt ist. Sie zum Leben zu erwecken dürfte ebenfalls nicht schwierig sein. Weitaus schwieriger kann es werden, wenn an einem mechanischen Uhrwerk, insbesondere einem aus der Frühzeit der Armbanduhr, irgend etwas definitiv kaputt ist. Wenig Probleme dürfte der Austausch einer gerissenen Zugfeder bereiten. Solche werden als Verschleißteile in standardisierten Normmaßen bei den Fournituren (Uhrenersatzteil-) Händlern vorrätig gehalten. Anders verhält es sich bei Teilen, die von Kaliber zu Kaliber unterschiedlich sind. Hier gilt es zunächst, das Kaliber anhand von Punzen (häufig durch den Unruhreif hindurch auf der Platine zu sehen) oder Werksuchern zu identifizieren, um die erforderlichen Teile gezielt beschaffen zu können. Für die gängigen Kaliber der großen Rohwerke-Fabrikanten lassen sich die wichtigsten Teile (z. B. Unruh- und Aufzugswellen, Winkelhebel- und Sperrkegelfedern, Zugfedern ) im allgemeinen noch beschaffen. ähnliches gilt für die Werke der namhaften Uhrenmanufakturen. Sie garantieren zum Teil eine langfristige Versorgung mit Fournituren.

Eine gute Uhrmacherwerkstatt ist in der Regel mit solchen Fournituren reichlich versorgt, im Ausnahmefall ist ein Uhrmacher aber auch imstande fehlende Teile selbst anzufertigen. Doch diese Handarbeit hat ihren Preis. Auf den Bescheid eines Uhrmachers hin, dass ein Werk irreparabel sei, sollte jedoch nicht gleich Resignation, sondern eher der Gang zu einem anderen Uhrmacher folgen. Hier wird insbesondere auf die Fachwerkstätten hingewiesen, und nicht auf "Uhren - Abteilungen" bei verschiedenen Kaufhäusern. Zum totalen "Aus" für ein Uhrwerk kann indes ins Gehäuse eingedrungenes Wasser führen, wenn die Uhr nicht baldmöglichst in fachkundige Hände gelangt. Eindringlich sei an dieser Stelle vor dem Versuch gewarnt, das Uhrwerk durch den kräftigen Warmluftstrom eines Föns zu trocknen. Er kann verhängnisvolle Folgen z. B. in Form einer zerstörten Unruhspirale haben. Häufig begegnen dem Sammler Armbanduhren, deren Zifferblätter im Laufe der Jahre ihren ursprünglichen Glanz eingebüßt haben, die verblichen oder verkratzt sind. Hier steht man vor der schwierigen Entscheidung, ob ein zwar originales, aber nicht mehr so ansehnliches Zifferblatt zum "Auffrischen" gegeben oder der ursprüngliche Zustand erhalten werden soll, denn nicht in jedem Fall wirkt eine Aufarbeitung des Zifferblatts wertsteigernd. Es gibt jedenfalls eine Reihe von Firmen, die sich auf die Restaurierung von Zifferblättern spezialisiert hat.

Neben dem Zifferblatt prägen speziell die Zeiger das Gesicht einer Armbanduhr. Zeiger sind im Fourniturenhandel ebenfalls in großer Auswahl erhältlich. Sie lassen sich dann leicht ersetzen. Leuchtzeiger können durch Auffüllen mit neuer Leuchtmasse restauriert werden.
Die größten "Schwachstellen des Armbanduhrengehäuses sind die Gläser und die Aufzugskronen. Die Kristallgläser älterer Armbanduhren brechen bei harten Stößen, Plexigläser verkratzen, wenn sie mit scharfen Gegenständen in Berührung kommen. Sowohl Kristall- als auch Plexigläser lassen sich zumeist adäquat ersetzen. Allerdings ist das Einschleifen passender Kristallgläser, vor allem dann, wenn es sich um Formgläser handelt, mit erheblichen Kosten verbunden. Plexigläser kann hingegen jeder bessere Uhrmacher für relativ wenig Geld einpassen. Die Aufzugs- und Zeigerstellkrone gehört zu den besonders gefährdeten Teilen einer Armbanduhr. Bei schweren seitlichen Stößen geht jedoch nicht sie selbst, sondern zumeist die zugehörige Aufzugswelle zu Bruch. Nachdem es sich bei Aufzugskrone- und -Welle um Verschleißteile handelt, ist eine Reparatur vielfach unter Verwendung konfektionierter Ersatzteile, sonst aber durch Anpassung eines maßähnlichen Rohteils möglich. Schließlich ist das Gehäuse als Schutzhülle des Werkes der permanenten Gefahr ausgesetzt, Kratzer zu bekommen. Massive Metallgehäuse können von kundiger Hand aufpoliert werden. Bei vergoldeten, verchromten oder vernickelten Gehäusen bleibt nur der Gang zum Uhrmacher, wenn die veredelte Oberfläche über die Jahre wegen tiefer Kratzer oder abgeblätterter Stellen unattraktiv geworden ist. Auch abgebrochene Bandanstöße bei Gold- oder Silbergehäusen können Uhrmacher wieder anlöten.