Uhrenreparatur

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Uhren-Reparatur
Die Reinigung eines verschmutzten oder verharzten mechanischen Uhrwerks sowie die anschließende Regulierung dürfte für einen halbwegs interessierten Uhrmacher keinerlei Schwierigkeit darstellen. Problemlos sollten auch der Austausch einer abgerissenen Zugfeder, einer defekten Aufzugswelle samt Krone, einer gebrochenen Winkelhebelfeder, eines Sperrkegels samt zugehöriger Feder zu bewerkstelligen sein. Diese Teile sind zumindest für die gängigen Kaliber bei guten Fournituristen oder den Service- Abteilungen der Uhrenfirmen in aller Regel sofort erhältlich.

Anders gestaltet sich die Angelegenheit hingegen bei sehr alten und/oder "exotischen" Kalibern. Bei diesen werden passende Ersatzteile nur noch in Ausnahmefällen zu finden sein. Deshalb müssen maßähnliche Teile angepasst werden, was einem qualifizierten Service- Uhrmacher bei gutem Willen durchaus gelingen sollte.

Sorgenkinder besonderer Art sind bei alten Armbanduhren ohne Stoßsicherung die Unruhwellen. Deren dünne Zapfen brechen bei einem harten Stoß. Für gängige Kaliber gibt es die Unruhwellen wiederum als Ersatzteile zu kaufen. Die Anfertigung einer nicht direkt verfügbaren Unruhwelle erfordert von einem Uhrmacher indessen Erfahrung, Geschick sowie eine entsprechende Maschinen- und Werkzeugausstattung.

Bei anderen Teilen, z. B. von komplizierten Uhrwerken wie Chronographen, Weckern oder automatischen Aufzügen, lässt sich die Situation nicht generell einschätzen. Der gute Wille und die Beziehungen eines Uhrmachers zu seinem Fournituristen spielen in jedem Fall eine große Rolle.

Die Restaurierung (Auffrischung) von Zifferblättern stellt in der Regel kein technisches Problem dar. Doch sollte ein derartiges Unternehmen vorher genau reflektiert werden. Es kann das Bild einer Uhr - das Zifferblatt prägt wesentlich das Aussehen einer Armbanduhr - total verändern und lässt sich nicht mehr rückgängig machen. Deshalb sollte es als Ultima ratio nur dann in Erwägung gezogen werden, wenn ein Zifferblatt völlig unansehnlich ist und vorsichtige Reinigungsversuche fehlgeschlagen sind.

Zeiger lassen sich in aller Regel ersetzen, doch muss darauf geachtet werden, dass die neuen Zeiger stilistisch zum Zifferblatt und zum Gehäuse passen. Aber auch die Länge muss stimmen. Leuchtzeiger lassen sich durch das Auffüllen mit neuer Leuchtmasse relativ leicht restaurieren.

Kunststoffgläser verkratzen bei starker Beanspruchung einer Uhr sehr leicht. Sie sind in allen Größen liefer- und ersetzbar. Dies gilt auch für rechteckige, quadratische oder sonst wie geformte Gläser. Doch gab es gerade in der Anfangszeit der wasserdichten Uhren zum Teil abenteuerliche Gehäusekonstruktionen mit speziell darauf zugeschnittenen Plexigläsern. Inwieweit hier ein Ersatz möglich ist, lässt sich nicht generell feststellen. Die bis in die 40er Jahre hinein verwendeten Kristallgläser verkratzen zwar nicht, dafür brechen sie sehr leicht. Darauf spezialisierte Betriebe können diese - zu einem angemessenen Preis - auch dann stilgerecht ersetzen, wenn sie eine ausgefallene Form haben.

Schließlich können auch verkratzte Gehäuse von kundiger Hand wieder aufpoliert werden. Bei Gehäusen aus Edelmetall geht dies wesentlich leichter als bei solchen aus Stahlvergoldete, verchromte oder vernickelte Gehäuse können in einer galvanischen Anstalt eine neue Haut erhalten. Gerade bei diesen empfiehlt sich jedoch eine vorherige Politur, weil vorhandene Kratzer durch die galvanische Oberflächenveredelung nicht verschwinden. Qualifizierte Gehäusemacher, Gold- oder Silberschmiede können abgebrochene Bandanstöße oder defekte Scharniere auch heute noch reparieren - wenn sie wollen.

Sammlerinnen und Sammler von Armbanduhren werden also bei allen über den Rahmen des Üblichen hinausgehenden Reparatur- oder Restaurierungsarbeiten mit zwei Problemen konfrontiert: Man muss den kompetenten Fachmann aufspüren, und man muss Ihn auch motivieren sich der Uhr mit Lust und Liebe anzunehmen. Manchmal helfen freundliche Worte mehr als Geldangebote. Doch auch Geduld ist notwendig, denn »gute Adressen« sind rar, andere Sammler haben ebenfalls Wünsche, (" Warteschlangen" lassen sich deshalb oft nicht vermeiden).